Das Thema Spamming:

Der Titel ist mehrdeutig!

Ich habe eMails bekommen, wo sich darüber beschwert wurde, daß der Titel suggeriert, daß dieser Artikel auch das Thema Spamming behandelt, sich im Text selber aber wenig bis gar nichts dazu findet.

Zuerst möchte ich dazu sagen, daß das Thema Spamming äußerst umfangreich ist. Es ist auch zu umfangreich, als daß er in diesem Kontext noch umfassend erörtert werden könnte. Das haben andere auch schon gemacht, die viel mehr Einblick in die Materie haben. Eine Suchmaschine ist zum Auffinden dieser Seiten bestens geeignet.

Es ist rechtlich leider noch nicht vollständig erörtert; die Tendenz der Gerichte geht (zum Glück!) aber sehr stark und ganz überwiegend dahin, daß Spamming in Deutschland unzulässig ist. Rechtliche Gesichtspunkte werden auf der Webseite von Rechtsanwalt Dr. Ackermann behandelt. Er hat das Thema unter diesen Gesichtspunkten umfassend und fachkundig erörtert und kommentiert; er liefert auch Gerichtsurteile gegen Spammer und unter welchen Voraussetzungen diese Art der Werbung zulässig ist.

Was soll denn am Spamming so schlimm sein?

Vorweg: Ich bin gegen Spam! Egal wofür geworben wird. Ich beschwere mich konsequent und immer beim ISP desjenigen, der mir diese eMail geschickt hat. Das ist für mich zwar bis zu 10, 15 Min Aufwand am Tag, aber wenn das viele machen, geht das Konzept der Spammer nicht auf und das Medium eMail bleibt für alle benutzbar.

Spamming wird abstrakt auch "Internet Mißbrauch" genannt. Es ist meiner Meinung nach dem Terrorismus vergleichbar. Vergleichbar deswegen, weil die Spammer, während Sie versuchen ihr Ziel zu erreichen, mit einem Minimum an Arbeit ein Maximum an Profit für sich persönlich zu ziehen, die Gesetze des Gesellschaft (des Netzes) bewußt brechen und überschreiten.
Eine der dieser Gesetzmäßigkeiten des Netzes (genannt: Netzkultur) ist, daß die Ressourcen anderer Leute geachtet und soweit möglich geschont werden. Spammer versuchen nicht nur diese Kultur zu mißachten, sondern rauben vielen Leuten ihre Zeit und Ihr Geld mit ihrem eigennützigen, respektlosen Verhalten. Egal, wie man die Sache betrachtet: Spam raubt Zeit, Geld und Ressourcen von Millionen anderer Internet Nutzer und deren Administratoren ohne deren Einwilligung und auch gegen deren Willen. Das ist unglaublich Respektlos!

Zitat: Es ist doch nur eine einzelne Werbe-eMail, die du von mir bekommst!

Es gibt bestimmte Voraussetzungen, wann diese Art der Werbung zulässig ist. Wenn diese Voraussetzungen bei der eMail nicht erfüllt sind, beschwere ich mich. Es gibt 1000e Leute, die Spam verschicken, wenn ich von jedem von ihnen "nur eine eMail" bekomme, dann reicht mein Tag nicht mehr für sinnvolle Tätigkeiten.

Ich selber bekomme am Tag zwischen 20 und 30 eMails. Da sind eMails von Freunden und Bekannten dabei, über die ich mich freue; Fragen und Anregungen zu meiner Homepage, über die ich mich ebenfalls freue; Ich bin auch Teilnehmer an mehreren Mailinglisten, die ich interessiert lese; leider ist pro Tag meistens auch eine Spammail dabei, die ich überhaupt nicht leiden kann. Mich kostet es Geld, diese eMails abzurufen. Das ist für die eMails, die ich haben will schon genug, das muß durch Spammails nicht noch mehr werden.
Mir macht es Spaß mich an diesem Medium zu beteiligen und Hilfe zu bekommen, bzw. Hilfe zu geben. Wenn der Spam jetzt mehr wird, zerstört er das Medium noch mehr, als er es sowieso schon tut. Er ist lästig und stört. Es ist unerwünschte (und in Deutschland vom Grundsatz her nicht erlaubte!) Werbung. Jeder, der mir solche eMails schickt, muß mit den entsprechenden Konsequenzen rechnen und mit den Folgen leben!

Gerade vorgestern (01. März 2001) habe ich wieder eine "einmalige" eMail doppelt bekommen. Das eigentlich Erschreckende, so fand ich, war, daß diese Person(en) sagt, daß Sie "Mitglied der Zentrale zur Bekämpfung unlauteren Wettbewerbs e.V." sei. Gerade die sollten wissen, daß eMail Werbung in diesem Fall unzulässig war. Daß ich mich beim ISP und der Zentrale zur Bekämpfung unlauteren Wettbewerbs e.V. über dieses Mitglied beschwert habe ist wohl jedem klar, der bis hierhin gelesen hat.

Was kann ich denn tun, um mich gegen Spam zu wehren?

Es gibt mehrere Möglichkeiten. Zuerst: Keinesfalls auf die eMail Antworten oder auf der Webseite abmelden! Und das aus mehreren Gründen:

Was kann man dann machen?

Man kann diese eMails einfach ungelesen löschen. Das ist die Variante, die nicht viel Zeit kostet, aber den Spammern auch ein bißchen das Feld für ihre Machenschaften überläßt oder aber kann man in de.admin.net-abuse.mail mitlesen, denn dort wird das Thema fachkundig erörtert, um herauszufinden woher die eMail kam und wo man sich daraufhin beschweren kann. Es lesen viele interessierte und fachkundige und teilweise auch die zuständigen Leute der ISP mit. Die gängigen Umgangsformen werden selbstverständlich als als bekannt vorausgesetzt.
Einen Einstieg in diese Gruppe geben die Folgenden Webseiten:

Aktuelles: MLM

Im Moment greift eine MLM (Multi-Level-Marketing) Welle um sich. Gegen MLM als System spricht wenig, in der derzeit grassierenden Form allerdings eine ganze Menge. Wer eMails mit dem Subject "Herzlichen Glückwunsch", "Heimarbeit", "Geldverdienen am PC" und vielen anderen Betreffzeilen bekommen hat, sollte sich sehr gut überlegen dabei mitzumachen, denn es gibt ein Ermittlungsverfahren bei der Staatsanwaltschaft Göttingen (Aktenzeichen: 35Js13133/01) wegen Verstoßes gegen das UWG und (so weit ich weiß versuchten Betruges). Weitere Infos zu dieser aktuellen Welle hat Christian Ziegenhorn auf seiner Seite.

Spam ist nicht das Schlimmste daran.

Nepal im Mai 2000.

ImpressumDieses Dokument im WWW: http://www.dominik-boecker.de/email/anmerkung.html